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auf dieser Internetseite finden Sie umfassende Informationen zu dem ab dem Jahr 2020 in der EU anzuwendenden einheitlichen elektronischen Berichtsformat (European Single Electronic Format (ESEF)).

Inhaltliche Vorgaben des ESEF

Gemäß des ESMA-Entwurfs für einen technischen Regulierungsstandard (Regulatory Technical Standard (RTS)) zum EU-einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) haben Unternehmen Ihre Abschlüsse ab 2020 in xhtml zu veröffentlichen.

Abschlussinformationen in IFRS-Konzernabschlüsse sind dabei technisch zusätzlich so zu etikettieren („tagging“), dass sie maschniell auslesbar sind. Grundlage für diese Etikettierung ist der als Anlange zum Regulierungsstandard  veröffentliche Etikettenkatalog („ESEF-Taxonomie„). Dieser orientiert sich derzeit eng an der von der IFRS Foundation veröffentlichten IFRS-Taxonomie, wird in den Folgejahre jedoch ggf. Abweichungen hierzu aufweisen, da die IFRS-Taxonomie fortlaufende weiterentwickelt wird, und diese Änderungen von der ESMA anschließend erst noch in die ESEF-Taxonomie übernommenn werden müssen. Einen öffentlichen Konsultationsprozess, wie für neue RTS üblich, beabsichtigt die ESMA hierfür nicht, sondern plant lediglich Änderungen der bestehenden RTS-Anlage vorzunehmen. Ergäzend zu den Etiketten der ESEF-Taxonomie dürfen Unternehmen diesen Standardetiketten-Katalog unter bestimmten Voraussetzungen unternehmensindividuell erweitern (Schaffung von „Extensions„), sofern die neu geschaffenen Erweiterungen der bestehenden ESEF-Taxonomie hierarchisch zugeordnet werden („anchoring„).

Mit der Vorgabe des Veröffentlichungsformates vereinheitlicht die EU-Kommission nach den Berichtsinhalten (IFRS-Pflicht für kapitalmarktorientierte Unternehmen; siehe www.eu-ifrs.de für die im jeweiligen Berichtsjahr verbindlich anwendenden Standards) nun auch die formale technische Ausgestaltung der Unternehmenspublizität.

Chronologie der ESEF-Entstehung

2013

Mit Änderung der Transparenzrichtlinie beauftragt die EU-Kommission in Artikel 1, Absatz 3, der Richtlinie 2013/50/EU  im Jahr 2013 die europäische Wertpapier und Börsenaufsicht (ESMA) damit, bis zum 31.12.2016 einen technischen Regulierungsstandard dafür zu entwerfen, Abschlussinformation ab dem 01.01.2020 EU-weit in einem einheitlichen elektronischen Format verfügbar zu machen.

2015

Die ESMA veröffentlichte im September 2015 ein erstes Konsultionspapier mit Vorschlägen zu technischen Formatausgestaltungen und stellt diese öffentlich zur Kommentierung.

2016

ESMA fast die über 100 eingegangen Kommentierungsschreiben im Jahr 2016 in einem ESMA-Feedback-Statementment zusammen. Die Kommentierung kommen überwiegend aus Frankreich (58), UK (18) und den USA (10). Aus Deutschland gehen nur vier Kommentierungsschreiben ein.

2017

In 2017 werden im Auftrag der ESMA mit 25 freiwillig teilnehmende Unternehmen Feldtest zur Anwendung der im ESMA-Feedback-Statement präferierten technischen Lösung durchgeführt. Die Ergebnisse der Feldtests veröffentlicht die ESMA auf eine separaten Fieldtest-Webseite. Im Dezember veröffentlicht die ESMA auf Basis ihres Feedback-Statements und der Feldtests ihren finalen Entwurf für einen technischen Regulierungsstandard (Regulatory Technical Standard (RTS)) zur EU-einheitlichen elektronischen Berichtsformat (ESEF) für Abschlussinformationen.

2018/2019

Die EU-Kommission will in 2018 über die Freigabe des RTS-Entwurfs der ESMA entscheiden. Nach Freigabe (Indossierung) würde dieser in die Amtssprachen übersetzt und voraussichtlich in 2019 als EU-Verordnung im EU-Amtsblatt veröffentlicht.

2020

Gemäß dem RTS-Entwurf sind Abschlussinformationen für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2020 beginnen im xhtml-Format zu veröffentlichen. Kapitalmarktorientierte Konzerne haben in ihrem IFRS-Konzernabschluss die Informationen in den primären Rechenwerken (Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung) mittels iXBRL technisch zusätzlich so zu etikettieren („tagging“), dass diese maschinell auslesbar sind. Zusätzlich sind sehr wenige vorgebene Anhangangaben zu etikettieren. Hierzu ist grundsätzlich die von der ESMA als Anlage zu ihrem Entwurf veröffentlichte einheitliche Etikettensammlung („ESEF-Taxonomie“) zu nutzen.

2022

Gemäß dem RTS-Entwurf sind kapitalmarktorientiere Konzerne für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2022 beginnen, verpflichtet, in ihrem IFRS-Konzernabschluss auch zahlreiche Anhangangaben zu etikettieren. Hierbei ist jedoch nicht die detaillierte Etikettierung des jeweiligen Anhangwertes erforderlich, sondern es genügt, den Textabsatz, in dem sich die Information findet, zu etikettieren („block-tagging“).