Hervorgehobener Beitrag

Herzlich Willkommen!

Auf dieser Internetseite finden Sie umfassende Informationen zu dem ab dem Jahr 2020 in der EU anzuwendenden einheitlichen elektronischen Berichtsformat (European Single Electronic Format (ESEF)).

Neben aktuellen Neuigkeiten zum ESEF direkt auf dieser Startseite finden Sie auf unserer Internetseite:

Bei Fragen oder Anregungen senden Sie uns gerne eine Email an webadmin@esef.eu!

Referentenentwurf zur Umsetzung der ESEF-Verordnung in deutsches Recht

Am 20.09.2019 hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Bundesministerium der Finanzen einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Änderungen aus der EU-Richtlinie 2013/50/EU hinsichtlich des EU-einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) erstellt und den beteiligten Verbänden zur Information und Stellungnahme zugesandt.

Der Referentenentwurf enthält Vorschläge, um das deutsche Handelsbilanzrecht bezüglich folgender Punkte an die Vorgaben der ESEF-Verordnung (Delegierte Verordnung (EU) 2018/815) anzupassen:

  • Erstellung von Jahres- und Konzernabschlüssen, von Lage- und Konzernlageberichten sowie zugehöriger (Konzern-)Bilanzeide und (Konzern-)Lageberichtseide im xhtml-Format.
  • Etikettierung der durch die ESEF-VO vorgegebenen Informationen in IFRS-Konzernabschlüssen mit Hilfe der ESEF-Taxonomie durch Inline-XBRL (iXBRL).
  • Formvorgaben für die elektronische Unterzeichnung der Abschlüsse und Bilanzeide.
  • Die Offenlegungs-, Abschlussprüfungs- und Bilanzkontrollregeln sollen dann an diese elektronischen Dokumente anknüpfen!

Die Verände sind zur kurzfristigen Stellungnahme bis zum 11.10.2019 aufgerufen, da die ESEF-Vorgaben bereits für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2019 beginnen, anzuwenden sind. Stellungnahmen sind vom DRSC, vom IDW und von weiteren Fachverbänden zu erwarten, so dass Sie sich über diese Verbände in den Gesetzgebungsprozess einbringen können.

ESMA veröffentlicht Skript zum 3. Video-Tutorial

Um eine möglichst breite Adressatengruppe über die ESEF-Anforderungen zu informieren, veröffentlicht die ESMA auf Ihrer Homepage kurze Video-Tutorials zum ESEF. Da diese Tutorials nicht vom Board der ESMA freigegeben wurden, stellen sie abweichende zu den Q&A-Dokumenten keine offiziellen Verlautbarungen zum ESEF dar, sondern sind unverbindliche Zusammenfassungen und Kommentierungen durch den ESMA-Mitarbeiterstab.

Im dem am 09.09.2019 zunächst als Redemanuskript veröffentlichten 3. Video-Tutorial werden die wesentlichen Anforderungen des ESEF noch einmal sehr stark zusammengefasst. Es dient damit eher zur schnellen Information durch Top-Entscheidungsträger (Vorstand/Aufsichtsrat), denn als Leitlinien zur operativen Umsetzung.

Aufgegriffen werden folgende Fragen:

  • Wer fällt unter die ESEF-Verordnung und ab wann ist sie anzuwenden?
  • Welches Format schreibt die ESEF-Verordnung vor?
  • Ändern sich durch die ESEF-Verordnung die Veröffentlichungspflichten?
  • Gibt es Änderungen am die Vorgabeneinhaltung überwachenden Aufsichts- und Enforcementsystem?
  • Müssen auch Non-IFRS (Einzel-)abschlüsse ab 2020 in xhtml erstellt werden?
  • Müssen auch Non-IFRS (Einzel-)abschlussinformationen ab 2020 mittels iXBRL etikettiert werden?
  • Sind auch Zwischenabschlüsse von den ESEF-Vorgaben betroffen?
  • Sind auch IFRS-Abschlussinformationen zu etikettieren, die in anderen Dokumenten als im Abschluss enthalten sind und auf die im Abschluss lediglich verwiesen wird?
  • Können Abschlüsse im pdf-Format die Anforderungen der ESEF-Verordnung erfüllen?
  • Dürfen Anhanginformationen bereits im 2020er-Abschluss etikettiert werden, oder ist dies erst ab 2022 zulässig?

Knappe Antworten auf diese Fragen finden Sie im englischsprachigen Redemanuskript zum 3. Video-Tutorial vom 09.09.2019.

ESMA aktualisiert ESEF-Berichterstattungshandbuch

Am 12. Juli 2019 hat die ESMA eine aktualisierte Version ihres ESEF-Berichterstattunghandbuchs (ESEF Reporting Manual) veröffentlicht. Dieses Handbuch soll Anwendern und Softwareerstellern bei der sachgerechten Umsetzung der „ESEF-Verordnung“ (Verordnung (EU) 2018/815) helfen.

Gegenüber der im Dezember 2017 veröffentlichten Version des Handbuchs hat die ESMA einzelne Aspekte ergänzt und/oder konkretisiert. Beispielsweise wurde ergänzt, wer ESEF-Taxonomieelemente, die sich auf noch nicht von der EU freigegebene IFRS beziehen, nutzen darf und wie mit Abweichungen zwischen IFRS-Taxonomie und ESEF-Taxonomie umzugehen ist. Alle Abschnitte des 38-seitigen Handbuchs wurden mit einem Änderungsdatum versehen, so dass die nunmehr aktualisierten Aspekte leicht zu identifizieren sind.

Weiterführene Informationen: ESEF Berichterstattungshandbuch (Stand Juli 2019)

ESMA-Entwurf zum Update der ESEF-Taxonomie

Am 6. Juni 2019 hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) auf ihrer Webseite den Entwurf eines technischen Regulierungsstandards (RTS) zur Änderung der jüngst in Kraft getretenen „ESEF-Verordnung“ (Verordnung (EU) 2018/815) veröffentlicht.

Gegenstand des Entwurfs ist eine Aktualisierung der in Anhang VI der ESEF-Verordnung enthaltenen ESEF-Taxonomie, die im wesentlichen der IFRS-Taxonomie 2017 der IFRS Foundation entsprach. In dieser Taxonomie vom Rechtsstand 2017 fehlten damit Elemente zur Etikettierung der nachfolgend von der EU freigegeben IFRS, etwa zur Etikettierung von Angaben zur Leasingbilanzierung gemäß IFRS 16. Der nun veröffentliche Entwurf zur Aktualisierung dieses Anhangs VI der ESEF-Verordnung bringt die ESEF-Taxonomie damit auf den Stand der IFRS-Taxonomie vom 27.03.2019 und enthält damit auch die für Geschäftsjahre ab 2019 erforderlichen Elemente.

Wie von der ESMA vorab angekündigt und in Einklang mit Artikel 10 der ESMA-Verordnung wird die ESMA zu diesem Update der ESEF-Taxonomie keine öffentliche Anhörung vornehmen und keine Kosten-/Nutzen-Analyse vorlegen, sondern hat den Entwurf unmittelbar an die EU-Kommission weitergeleitet. Diese hat nun 3 Monate Zeit, um über die Freigabe dieser Änderung zu entscheiden.

Weiterführende Informationen: ESMA-Entwurf des technischen Regulierungsstandards (RTS) zur Aktualisierung der ESEF-Taxonomie

Prüfungspflicht für ESEF-Berichte?

Während die Frage der Prüfung von ESEF-Abschlüssen bislang offen war, äußert sich die EU-Kommission in ihrem die delegierte Verordnung (EU) 2018/815 („ESEF-Verordnung“) erläuternden Q&A-Dokument unter Frage Nr. 7 erstmals explizit hierzu:

What kind of assurance will be provided for financial statements prepared in compliance with ESEF? Will auditors check ESEF-compliant report?
Considering that the ESEF Regulation is a binding legal instrument, the Commission services are of the view that the provisions included therein shall be considered as „statutory requirements“ within the meaning of Article 28(2)(c)(ii) of the Audit Directive.

Q&A-Dokument der EU-Kommission zur ESEF-Verordnung, Frage Nr. 7.

Gemäß der EU-Kommission fällt die ESEF-Verordnung damit unter „gesetzlichen Vorschriften“ im Sinne von Artikel 28, Abs. 2 c) ii) der Richtlinie über Abschlussprüfungen:

Artikel 28 Bestätigungsvermerk
[…]
(2) Der Bestätigungsvermerk wird in schriftlicher Form verfasst und
[…]
c) umfasst ein Prüfungsurteil, das als entweder uneingeschränkt, eingeschränkt oder negativ erteilt wird und zweifelsfrei Auskunft darüber gibt, ob nach Auffassung des Abschlussprüfers oder der Abschlussprüfer bzw. der Prüfungsgesellschaft oder -gesellschaften
[…]
ii) soweit einschlägig – der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Artikel 28, Abs. 2 c) ii) der Richtlinie über Abschlussprüfungen.

Die EU-Kommission vertritt damit die Auffassung der Abschlussprüfer müsse mit Abgabe seines Bestätigungsvermerks grundsätzlich auch die Einhaltung der ESEF-Vorgaben beurteilen. Um in seinem Bestätigungsvermerk hierüber Auskunft geben zu können, wird sich der Abschlussprüfer während seiner Prüfung damit auch ein hinreichend sicheres Urteil zur Einhaltung der ESEF-Verordnung bilden müssen.

Folgt man der Auffassung der EU-Kommission, ist eine Prüfungspflicht der ESEF-Vorgaben damit nicht länger zweifelhaft, sondern liegt bereits verbindlich vor. Zu diskutieren sein wird damit nicht mehr das ob einer Prüfung, sondern nur noch der Detaillierungsgrad der Prüfung. Hierzu ist die EU-Kommission gemäß Frage Nr. 8 des Q&A-Dokuments in Abstimmung mit dem Committee of European Auditing Oversight Bodies (CEAOB), wie diese in der Praxis erfolgen könnte.

Unternehmen sind gut beraten, bei der Implementierung der ESEF-Vorgaben ihre Prozesse zur Etikettierung der Berichtsinformationen bereits im Geschäftsjahr 2020 so auszugestalten, dass sie prüfungssicher sind.

Weiterführende Informationen: Q&A-Dokument der EU-Kommission zur ESEF-Verordnung

ESEF-Verordnung im EU-Amtsblatt veröffentlicht

Die Europäische Kommission hat nach Ablauf der Widerspruchsfrist die delegierte Verordnung (EU) 2018/815 am 29.05.2019 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Sie setzt damit den von der ESMA entwickelten Entwurf um, der nunmehr als „ESEF-Verordnung“ zum 18.06.2019 in Kraft treten wird.

Mit dieser Verordnung werden alle börsennotierten Unternehmen verpflichtet, Abschlüsse für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2020 beginnen, in xhtml zu erstellen. In Deutschland betrifft dies auch handelsrechtliche Einzelabschlüsse börsennotierter Unternehmen.

Für nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschlüsse gelten zusätzliche Anforderungen:

  • Für Geschäftsjahre ab 2020 sind hierin die Informationen in den primären Rechenwerken sowie zunächst 10 ausgewählte Anhangangaben mittels inline XBRL (iXBRL) nach einem vorgegeben Schema („ESEF-Taxonomie“), das ggf. zu erweitern ist, so zu etikettieren, dass diese Informationen maschinell auslesbar sind.
  • Für Geschäftsjahr ab 2022 steigt die Anzahl der zu etikettierenden Anhanginformationen erheblich an.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

EU-Kommission billigt ESEF-Verordnung

Am 20.12.2018 hat die Europäische Kommission den ESMA-Entwurf für ein EU-einheitliches elektronische Berichtsformat (ESEF) als delegierte Verordnung verabschiedet. Die delegierte Verordnung ist noch nicht in Kraft getreten, da das Europäische Parlament der Rat der Europäischen Union noch Einwände gegen technische Regulierungsstandards (RTS) erheben können.

Tritt die Verordnung in Kraft, werden alle Jahresfinanzberichte für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2020 beginnen, den Formatvorgaben des ESEF entsprechen müssen.

Die delegierte Verordnung und ihre Anhänge ist auf den Internetseiten der EU-Kommission verfügbar.