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ESMA-Entwurf zum Update der ESEF-Taxonomie

Am 6. Juni 2019 hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) auf ihrer Webseite den Entwurf eines technischen Regulierungsstandards (RTS) zur Änderung der jüngst in Kraft getretenen „ESEF-Verordnung“ (Verordnung (EU) 2018/815) veröffentlicht.

Gegenstand des Entwurfs ist eine Aktualisierung der in Anhang VI der ESEF-Verordnung enthaltenen ESEF-Taxonomie, die im wesentlichen der IFRS-Taxonomie 2017 der IFRS Foundation entsprach. In dieser Taxonomie vom Rechtsstand 2017 fehlten damit Elemente zur Etikettierung der nachfolgend von der EU freigegeben IFRS, etwa zur Etikettierung von Angaben zur Leasingbilanzierung gemäß IFRS 16. Der nun veröffentliche Entwurf zur Aktualisierung dieses Anhangs VI der ESEF-Verordnung bringt die ESEF-Taxonomie damit auf den Stand der IFRS-Taxonomie vom 27.03.2019 und enthält damit auch die für Geschäftsjahre ab 2019 erforderlichen Elemente.

Wie von der ESMA vorab angekündigt und in Einklang mit Artikel 10 der ESMA-Verordnung wird die ESMA zu diesem Update der ESEF-Taxonomie keine öffentliche Anhörung vornehmen und keine Kosten-/Nutzen-Analyse vorlegen, sondern hat den Entwurf unmittelbar an die EU-Kommission weitergeleitet. Diese hat nun 3 Monate Zeit, um über die Freigabe dieser Änderung zu entscheiden.

ESEF-Verordnung im EU-Amtsblatt veröffentlicht

Die Europäische Kommission hat nach Ablauf der Widerspruchsfrist die delegierte Verordnung (EU) 2018/815 am 29.05.2019 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Sie setzt damit den von der ESMA entwickelten Entwurf um, der nunmehr als „ESEF-Verordnung“ zum 18.06.2019 in Kraft treten wird.

Mit dieser Verordnung werden alle börsennotierten Unternehmen verpflichtet, Abschlüsse für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2020 beginnen, in xhtml zu erstellen. In Deutschland betrifft dies auch handelsrechtliche Einzelabschlüsse börsennotierter Unternehmen.

Für nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschlüsse gelten zusätzliche Anforderungen:

  • Für Geschäftsjahre ab 2020 sind hierin die Informationen in den primären Rechenwerken sowie zunächst 10 ausgewählte Anhangangaben mittels inline XBRL (iXBRL) nach einem vorgegeben Schema („ESEF-Taxonomie“), das ggf. zu erweitern ist, so zu etikettieren, dass diese Informationen maschinell auslesbar sind.
  • Für Geschäftsjahr ab 2022 steigt die Anzahl der zu etikettierenden Anhanginformationen erheblich an.

Weiterführende Informationen finden Sie hier: