Chronologie der ESEF-Entstehung

Zeitliche Entwicklung der ESEF-Vorgaben

2013

Mit Änderung der Transparenzrichtlinie beauftragt die EU-Kommission in Artikel 1, Absatz 3, der Richtlinie 2013/50/EU  im Jahr 2013 die europäische Wertpapier und Börsenaufsicht (ESMA) damit, bis zum 31.12.2016 einen technischen Regulierungsstandard dafür zu entwerfen, Abschlussinformation ab dem 01.01.2020 EU-weit in einem einheitlichen elektronischen Format verfügbar zu machen.

2015

Die ESMA veröffentlichte im September 2015 ein erstes Konsultionspapier mit Vorschlägen zu technischen Formatausgestaltungen und stellt diese öffentlich zur Kommentierung.

2016

ESMA fast die über 100 eingegangen Kommentierungsschreiben im Jahr 2016 in einem ESMA-Feedback-Statementment zusammen. Die Kommentierung kommen überwiegend aus Frankreich (58), UK (18) und den USA (10). Aus Deutschland gehen nur vier Kommentierungsschreiben ein.

2017

In 2017 werden im Auftrag der ESMA mit 25 freiwillig teilnehmende Unternehmen Feldtest zur Anwendung der im ESMA-Feedback-Statement präferierten technischen Lösung durchgeführt. Die Ergebnisse der Feldtests veröffentlicht die ESMA auf eine separaten Fieldtest-Webseite. Im Dezember veröffentlicht die ESMA auf Basis ihres Feedback-Statements und der Feldtests ihren finalen Entwurf für einen technischen Regulierungsstandard (Regulatory Technical Standard (RTS)) zur EU-einheitlichen elektronischen Berichtsformat (ESEF) für Abschlussinformationen.

2018/2019

Die EU-Kommission hat den ESMA-Entwurf am 20.12.2018 als delegierte Verordnung gebilligt. Nach Ablauf der Einspruchsfrist des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Kommission wurde die „ESEF-Verordnung“ als delegierte Verordnung (EU) 2018/815 am 29.05.2019 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und tritt damit zum 18.06.2019 in Kraft.

2020

Gemäß der delegierten Verordnung (EU) 2018/815 sind Abschlussinformationen börsennotierter Gesellschaften für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2020 beginnen, im xhtml-Format zu veröffentlichen. Kapitalmarktorientierte Konzerne haben in ihrem IFRS-Konzernabschluss die Informationen in den primären Rechenwerken (Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung) mittels iXBRL technisch zusätzlich so zu etikettieren („tagging“), dass diese maschinell auslesbar sind. Zusätzlich sind 10 vorgebene Anhangangaben zu etikettieren. Hierzu ist grundsätzlich die in der Anlage zur delegierten Verordnung veröffentlichte einheitliche Etikettensammlung („ESEF-Taxonomie“) zu nutzen.

2022

Gemäß der delegierten Verordnung (EU) 2018/815 sind kapitalmarktorientiere Konzerne für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2022 beginnen, verpflichtet, in ihrem IFRS-Konzernabschluss auch zahlreiche weitere Anhangangaben zu etikettieren. Hierbei ist jedoch nicht die detaillierte Etikettierung des jeweiligen Anhangwertes erforderlich, sondern es genügt, den Textabsatz, in dem sich die Information findet, zu etikettieren („block-tagging“).